Gebiet

Die Landschaft von Vallemarina ist typisch für die Ebene von Fondi: Weingärten, Fruchtbäume, Olivenhaine, alles inmitten einer grünen, von Korkeichenwäldern durchzogenen Landschaft. Mit der Einheit Italiens fiel Vallemarina eine Schlüsselstellung als Pufferzone zwischen Kirchenstaat und dem Königreich Neapel zu. Erstmals entdeckt wurde Vallemarina von den Einwohnern der malerischen südwestlichen Stadt Amicle, die von dem altitalischen Volk der Osker zerstört wurde. Erste Ansätze menschlicher Besiedlung werden von Grabungsfunden bezeugt, die in der Nähe des Epitaffio-Turmes gefunden wurden, wonach in der Gegend von Kaiser Caesar eine Veteranenkolonie unter der Leitung von Marco Valerlo angesiedelt wurde. Vallemarina befindet sich im Gebiet der Gemeinde Monte San Biagio, deren Ursprünge auf das Mittelalter zurückgehen, als um das Schloss Roccaforte Ansiedlungen an der Grenze zum Kirchenstaat zunächst unter der Herrschaft des Herzogtums Gaeta (867-906), sodann des Herzogtums Fondi (934) entstanden. Am 20. Dezember 1862 entschied der Gemeinderat die Stadt "MONTE SAN BIAGIO" zu nennen, zu Ehren des Schutzheiligen. Der Beschluss wurde sodann mit königlichem Erlass, datiert vom 18. Januar 1863, bestätigt.

Weinanbau
Im Monat Dezember kann man hier Menschen beobachten, die eifrig beschäftig sind. Es werden die erste Arbeiten ausgeführt, um die längeren Reben freizulegen und damit den Rebschnitt zu erleichtern. Es folgt nunmehr die "possonatura", nach antiker Überlieferung werden die Rebstöcke mit Pfählen aus Kastanienholz gestützt, und nicht, wie in anderen Weingegenden Italiens üblich, mit solchen aus Zement. Es werden nun drei Reihen aus Eisendraht wieder zusammengefügt, jede steht für eine bestimmte zu erfüllende Aufgabe. Es folgt die Düngung und die Hackarbeit. Nur eine kurze Zeit herrscht winterliche Eiseskälte, denn das Wunder der ersten Frühlingswärme lässt nicht lange auf sich warten. Wie auf einen Zauberwink hin werden die wie Armstumpfe gleich zugeschnittenen Reben von zarten, smaragdfarbenen Blütenständen überzogen, die sanft wie Watte die künftigen Rebensprösslinge bergen. Nun bricht für die Weinbauern eine heikle und gefürchtete Phase an, die bis in den fortgeschrittenen Juli hinein andauert: der Kampf zum Schutz von Weinblättern und winzigen Weintrauben gegen Krankheitsbefall durch Sporenpflanzen und gegen Angriffe von Parasiten. Endlich küsst die warme Augustsonne die Weintrauben, die von den Reben herunterhängen oder an den mittleren Drähten angelehnt sind und bald ihre volle Reife erreichen werden. Die kristalline Durchsichtigkeit der Beeren variiert nun in der Farbgebung von zart-smaragdenen Tönen, die zur Jade hin tendieren, zu einer goldenen Bernsteinfarbe, und vom septemberlichen Tau benetzt, schwellen die Trauben, dass sie kaum den Saft fassen können. Endlich hängen von den Reben göttlich duftende, goldene Weintrauben, gleichsam frohsinnige Gesänge in jeden Winkeln der Talebene; es ist die Zeit der Ernte angebrochen, die einem feierlichen Volksfest gleichkommt.